5 verdeckte Risiken in SAP-Transporten: Wo ABAP Code Scanner versagen

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Ohne ABAP Code Scanner funktioniert heute kein effizienter Sicherheitsprozess im SAP System. Doch wie effektiv sind diese Tools tatsächlich? Können Unternehmen sich wirklich darauf verlassen, dass ein Scanner alle sicherheitsrelevanten Schwachstellen erkennt und vor riskanten SAP Transporte schützt? 

Dieser Beitrag beleuchtet fünf zentrale technologische Grenzen von ABAP Code Scannern und erklärt, warum sie zwar wichtig, aber allein nicht ausreichend für den Schutz Ihrer SAP Landschaft sind. 

1. Kontrolle und Datenfluss – nur eine Momentaufnahme

ABAP Security Scanner suchen im Code nach gefährlichen Sprachkonstrukten. Doch solche Befehle sind nicht automatisch riskant; sie werden es nur unter bestimmten Bedingungen. Fortgeschrittene Scanner versuchen deshalb mit Kontrollfluss- und Datenflussanalysen einzuschätzen, ob ein gefährlicher Befehl tatsächlich ausgeführt werden kann und ob er durch Eingaben beeinflusst wird. 

Das Problem dabei ist, dass ABAP viele dynamische Befehle enthält, deren Verhalten sich erst zur Laufzeit zeigt. Scanner müssen daher Annahmen treffen und liegen dabei zwangsläufig manchmal falsch. Manche Risiken bleiben unentdeckt, andere werden fälschlicherweise als kritisch eingestuft. Gerade bei der Absicherung von SAP Transportobjekten kann das zur Fehleinschätzung von ABAP Malware führen.

2. Zwischen False Positives und übersehenen Risiken

Um Fehlalarme zu vermeiden, senken viele Anbieter die Risikobewertung in unklaren Fällen. Das führt dazu, dass Scannerberichte häufig hunderte oder sogar tausende Seiten umfassen, die kaum vollständig manuell geprüft werden können. 

In der Praxis konzentrieren sich Teams auf Funde mit hoher Wahrscheinlichkeit, während echte Risiken mit niedriger Bewertung oft übersehen werden – besonders bei Supply-Chain-Angriffen oder verschleierter SAP Malware. 

3. Malware und Schadcode kennen keine Eingabevalidierung 

Nicht jede Sicherheitslücke entsteht aus Versehen. Entwickler von Schadcode nutzen gezielt sogenannte SCA Evasion Techniken, um die Bewertung des Scanners zu manipulieren. Da Scanner in Zweifelsfällen lieber abwerten, lassen sich bösartige Befehle so tarnen, dass sie harmlos wirken. 

Zudem braucht ABAP Malware oft keine Benutzereingabe, um Schaden anzurichten, was den Scanner glauben lässt, es bestehe kein Risiko. 

4. Das „Stay Clean“ Dilemma 

Viele Unternehmen nutzen Scanner als Sicherheitsfilter im Transportprozess. Wird ein SAP Transportobjekt als riskant erkannt, wird die Freigabe gestoppt. Doch auch dieses Verfahren hat Schwächen. Wenn ein Entwickler gefährliche Befehle auf mehrere Transporte verteilt, erkennt der Scanner nur einzelne, scheinbar harmlose Fragmente. Erst wenn alle Transporte im Zielsystem zusammengeführt sind, wird die eigentliche Schwachstelle wirksam. 

Auf diese Weise können gezielte Manipulationen in SAP Transporten unbemerkt bleiben. 

5. Designfehler bleiben unsichtbar 

Ein Scanner erkennt, ob ein Programm überhaupt eine Berechtigungsprüfung enthält, aber nicht, ob diese sinnvoll umgesetzt und ausreichend ist.  Schwächen im Design oder in der Architektur bleiben für solche Werkzeuge unsichtbar. 

Wer sich allein auf die Ergebnisse eines Scanners verlässt, bekämpft Symptome statt Ursachen. 

 

Wie können Sie besser vorgehen? 

Kritische Befehle identifizieren: Erstellen Sie gemeinsam mit den Fachbereichen und dem Sicherheitsteam eine Liste aller ABAP Befehle, die ein SAP System sabotieren oder wichtige Geschäftsprozesse gefährden könnten. So stellen Sie sicher, dass wirklich alle potenziell riskanten Befehle bekannt und dokumentiert sind. 

Manuelle Reviews für Hochrisikofunde: Alle Ergebnisse, die solche Befehle enthalten, sollten von erfahrenen ABAP Sicherheitsexperten manuell geprüft werden, insbesondere im Hinblick auf mögliche Umgehungstricks, Schadcode und bewusste Verschleierung. So lassen sich echte Risiken von Fehlalarmen klar unterscheiden. 

Threat Modeling etablieren: Ein Threat Modeling Prozess hilft, Sicherheitsrisiken schon in der Entwurfsphase zu erkennen. Dabei werden Systemkomponenten, Datenflüsse und Vertrauensgrenzen visualisiert, Bedrohungen identifiziert (zum Beispiel nach dem STRIDE Modell), bewertet und geeignete Gegenmaßnahmen geplant. Der größte Vorteil: Risiken werden proaktiv behandelt, bevor sie überhaupt in den ABAP Code gelangen. 

 

Fazit: 

ABAP Code Scanner sind wertvolle Werkzeuge für den SAP Security Prozess, aber keine Allzwecklösung. Sie erkennen viele technische Schwachstellen, stoßen jedoch an ihre Grenzen bei dynamischen Programmteilen, Verschleierung und konzeptionellen Designfehlern. 

Erst die Kombination aus automatischer Analyse, menschlicher Expertise, Threat Modeling und dem richtigen Umgang mit SAP Transporten führt zu wirklich sicherem ABAP Coding. 

Sichere SAP Transporte sind keine Frage des Tools, sondern des Prozesses, der Architektur und der richtigen Expertise. 

Wenn Sie mehr über bewährte Vorgehensweisen im Bereich SAP-Malware-Schutz, sichere ABAP-Transporte oder die Integration in bestehende Security-Prozesse erfahren möchten, sprechen Sie uns gerne an unter info@nextado.com oder besuchen Sie unsere Website.
Weitere Informationen zu unserem in Deutschland entwickelten ABAP-Scanner finden Sie hier:
https://nextado.com/software/sicherheit-fuer-sap-transporte/

* Dieser Beitrag wurde gemeinsam von Nextado und Caiber P verfasst.

 

Schlüsselwörter:

Malware, SAP Security, SAP Transporte, Transparen-C

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